Das Fach Religion stellt sich vor

Das Fach Religion stellt sich vor

Wissen Sie, welches Schulfach als Einziges im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland als ordentliches Lehrfach festgeschrieben ist? Deutsch, Mathematik, Physik? Na?
Dürfen wir vorstellen: Keines der genannten, und auch keines der 'üblichen Verdächtigen', sondern es ist (Trommelwirbel!) das Fach Religion! (Vgl. GG Art 7 Abs. 3, ferner Art. 18 der Verfassung des Landes Baden-Württemberg.)
Aber nein, damals, als das Grundgesetz geschrieben wurde, war keine Pfarrerstochter Bundeskanz­lerin und kein Pfarrer Bundespräsident, und an einem (zu) großen Einfluss der Kirchen lag es auch nicht.

Hinter der Einrichtung von Religionsunterricht als ordentlichem Lehrfach an öffentlichen Schulen steht - damals wie heute - die Erfahrung und die Überzeugung, dass Menschen,

- die gelernt haben, sich und die Welt nach dem Woher und Wohin zu befragen,
- und sich über Lebenssinn und Orientierung auszutauschen,
- die Wissen über Ursprünge und Grundinhalte des christlichen Glaubens erlangt,
- die sich theologische Sprach- , Denk- und Ausdrucksfähigkeit angeeignet und
- die verschiedene Ansichten zu grundlegenden Lebensfragen kennengelernt haben,

weitaus resistenter sind gegen Ideologien und Fundamentalismen als Menschen, denen dies vor­enthalten wurde.
Genau dieses leistet der christliche Religionsunterricht am Klettgau- Gymnasium - und noch vieles darüber hinaus:
Er ist offen für Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Überzeugungen.

Er befähigt, am 'Streit um die Wirklichkeit' teilzunehmen, indem er Schülerinnen und Schüler anleitet, eigene Positionen zu entwickeln und zu vertreten und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag für das Leben in einer pluralen Gesellschaft.
Er öffnet die Augen für die christliche Prägung unserer Kultur in Musik, Literatur, Kunst, Architektur, in gesellschaftlichen, politischen und juristischen Grundsätzen – deren Bedeutung sich ohne Kenntnis christlicher ‚Basics‘ oft nicht erschließt.
Er ermöglicht Begegnungen und fördert die Bereitschaft, andere Auffassungen zu tolerie­ren, von anderen zu lernen, aber auch die Grenzen des Tolerierbaren, wie z.B. Diskriminie­rung und Ausgrenzung, klar zu benennen.
Er leitet damit Schülerinnen und Schüler an, für eine offene Gesellschaft einzutreten. Der Religionsunterricht fördert die Haltung von Offenheit und Toleranz und begreift diese als ein wesentliches kulturelles Erbe der frohen Botschaft von Jesus Christus. Er steht damit klar auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und wird als solcher auch gemeinsam von Staat und Kirchen verantwortet. Das bedeutet, er ist auch konfes­sionell geprägt. Am Klettgau-Gymnasium gibt es bislang evangelischen und römisch-katholischen Religionsunterricht - wobei die Lehrkräfte in engem Austausch stehen und in einer Fachschaft organisiert sind.

Warum gibt es keinen 'Unterricht für alle'? Schlicht deshalb, da jede Beschäftigung mit weltan­schaulichen und religiösen Fragen, mit Fragen des Miteinanders, mit den hinter Handeln und Ver­halten liegenden Werten, notwendig perspektivisch ist. D.h., jede solche Beschäftigung tut dies von einem bestimmten Standpunkt aus. Diesen zu benennen - aber auch zur Diskussion zu stellen - ist ehrlich, Neutralität eine Fiktion.
Schülerinnen und Schüler, die einer der beiden Kirchen angehören, nehmen - wie rechtlich vorge­sehen ist - am Religionsunterricht teil und können nur aus Glaubens- und Gewissensgründen abge­meldet werden. In diesem Fall nehmen sie dann am Unterricht des Ersatzfaches Ethik teil. Schüle­rinnen und Schüler anderer Konfession/Religion dürfen den Religionsunterricht freiwillig besu­chen, sie nehmen andernfalls ebenfalls am Ethikunterricht teil. Die Lehrkräfte des Religionsunter­richtes stehen in engem und gutem Kontakt mit denen des Ethikunterrichtes. Unterrichtsinhalte werden z.T. gemeinsam überlegt, Exkursionen gemeinsam geplant, das Sozialpraktikum in Klasse 9 wird von beiden Fachschaften gemeinsam verantwortet.

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